GOTTORFER LANDMARKT, INTERNATIONALER TAG DES MUSEUMS, KÄSESTRASSE SCHLESWIG-HOLSTEIN, BIOGEMÜSE UND DER KÄSE-OPI

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Der diesjährige Gottorfer Landmarkt war durch das schlechte Wetter leider nicht so schön wie der im letzten Jahr. Sicher kennen wir Norddeutschen, insbesondere die Hamburger, kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung aber ich hatte mich schon das ganze Jahr auf den Markt gefreut und war etwas enttäuscht von Petrus.
Der Markt bot im Wesentlichen das gleiche Angebot wie letztes Jahr, was aber nicht schlimm ist da man selten so viele Biobauern aus ganz Norddeutschland auf so engem Raume antrifft. Muss man sonst große Strecken überwinden um seinen Lieblingskäse vom Biobauern seines Vertrauens zu kaufen findet man hier fast alle namhaften Landwirte auf einem Fleck, was eine Menge Zeit und Geld spart. An jedem Stand kann man die Köstlichkeiten probieren und sich ausgiebig beraten lassen, keiner geizt hier mit Kostproben seiner Kunst, ist es ja auch als Messe und Werbung gedacht und soll die Leute auf den richtigen Geschmack bringen. Sicher ist es nicht jedem finanziell möglich sich zu hundert Prozent Bio zu ernähren aber man sollte doch einen kleinen Teil seines Lebensmittelbudgets in Biokost investieren um überhaupt mal wieder zu schmecken wie Gemüse, frische Wurst und Käse schmeckt. Hiermit richte ich mich vor Allem an jene unter uns die sich ausschließlich von Tiefkühlkost und abgepacktem Industrieessen ernähren. Natürlich ist nicht alles was Tiefgefroren ist wirklich schlecht, mittlerweile hat man ja sogar herausgefunden das Tiefgekühltes Gemüse mehr Vitamine enthält als vermeindlich frische, nicht tiefgefrorene Ware. Das sofortige Frosten, das heute direkt nach der Ernte, quasi noch auf dem Feld geschieht, erhält die wichtigen und gesunden Inhaltsstoffe im Produkt. Die Paprika oder Möhren die in Spanien oder Holland geerntet wurden werden zwischengelagert, mit Gas konserviert und machen sich in LKWs auf eine lange Reise in die deutschen Supermarktregale oder auf Märkte und verlieren einen großen Teil der Inhaltsstoffe.
Aber nun zurück zum Landmarkt. Neben einem großen Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten von kleineren Landwirten war auch wieder das Vorzeigeprodukt von Edeka, Gutfleisch, vertreten. Ob das wirklich alles so Bio ist mag ich persönlich ja bezweifeln aber ich kann dazu auch nicht mehr sagen da ich mich mit diesem Produkt nicht weiter beschäftigt habe. Man findet dann noch eine ganze Menge Hersteller von Windkraftanlagen, Solaranlagen und Energiesparender Heizungssysteme die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen um ihre Produkte an den Mann und die Frau zu bringen. Auch gab es wieder die große Showbühne auf der der Landrat und sein Gefolge ihre glorreichen und ruhmeswürdigen Taten verkünden und Werbung für die eigene Sache machen während ihre Chauffeure in den Audi A8 Limousinen geduldig auf dem Gelände warten das für alle anderen Autofahrer an diesem Tag natürlich Tabu war. Warum gerade die Politiker nicht umweltfreundlichere Autos fahren bleibt mir ein Rätsel, würde es doch zu ihrem Image etwas Positives beitragen.  
Bevor ich wieder zu weit vom Thema Landmarkt abschweife möchte ich noch erwähnen das an diesem Tage auch Internationaler Tag des Museums in war und man wohl  alle Museen umsonst oder zumindest zu kleinem Preis besuchen konnte.
Mein Lieblingsstand auf dem Landmarkt war und ist der vom Meierhof Möllgard an dem der Chef persönlich bedient der von uns nur liebevoll „Käseopi“ genannt wird. Hier, gleich neben dem Haupteingang, bekommt man in einem kleinen Verkaufswagen eine Auswahl verschiedenster, sehr aromatischer Käse von verschiedenen Betrieben der Käsestraße Schleswig-Holstein dargereicht und kann sich nebenbei noch über alles wichtige rund um die Käsestraße informieren. Herr Möllgard reicht einem beim netten Gespräch fortwährend Proben seiner Köstlichkeiten über den Tresen und wenn man zu lange an seinem Stand verweilt ist man schnell gesättigt.
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Neben den ganzen pflanzlichen und tierischen Köstlichkeiten gab es natürlich auch noch eine ganze Reihe Kunsthandwerker zu bestaunen von denen sich einige auch vom normalen Einerlei deutlich abheben und man konnte dort auch Pflanzen kaufen die nicht zum Verzehr geeignet sind sondern lediglich das Auge erfreuen sollen. Für die großen und kleinen gab es dann noch eine Vorführung mit Bordercollies die man beim Hüten der Schafe beobachten konnte was für mich genauso spannend war wie eine Zirkusvorstellung, aber das ist ja auch Geschmackssache. Außerdem gab es noch eine riesige Angeliter Sattelschwein Sau mit ihren Ferkeln zu sehen und ein paar Schottische Hochlandrinder die in ziemlich engen Gattern zu bewundern waren.
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 Die obligatorische Kutschfahrt mit dem gleichen Kutscher der auch jedes Jahr beim Apfelfest vom Obsthof Stubbe ist habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Der Kutscher ist ein freundlicher, nicht auf den Mund gefallener Mann mit großem Unterhaltungswert und setzt sich mit der Zucht einer vom Aussterben bedrohten Pferderasse für den Naturschutz ein, seine Kutschfahrten sind kostenlos, es wird lediglich ein Hut rumgereicht in dem jeder eine Spende nach seinem Ermessen hinterlassen kann.
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Zum Abschluss kehrten wir noch auf Kaffee und Kuchen in der Galerie der klassischen Moderne ein, die sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Schlosses befindet, über dieses Erlebnis werde ich noch in einem gesonderten Text berichten außerdem dürfen sich alle Hartz IV Empfänger auf einen Bericht über den Schlachter Thordsen freuen!  

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